Archiv der Kategorie: Allgemein

Baden-Württenbergische Kata-Meisterschaften

78 gemeldete Paare mit Gästen aus Lippstadt, Bayern, Hessen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz nahmen teil.
Der BC Karlsruhe richtete in seinem Dojo „Alte Reithalle“ die Baden-Würtenbergische Meisterschaften aus. Dafür danke ich dem Ausrichter und dem Veranstalter für das gelunge Event und das persönliche Engagement der Funktionäre.

In der Kategorie Kohigi No Kata beeindruckten Dieter Langhorst und Herbert Müller als Gäste außerhalb der Wertung.

Shikoro-gaeshi

Internationale Judofortbildung – Tübingen

Markus Swierkot, Wolfgang Fanderl, Heike Betz, Jane Bridge, Dr. med. Rüdiger Henning, Dr. Stefan Bernreuther, Volker Gössling, Gunter Bischof, Sebastian Frey Joachim Gehrung


Aus der lippstädter Judo Szene nahmen Angelika und Herbert Müller zum fünften Mal in Folge bei der Internationalen Judofortbildung in Tübingen teil.

Das Referententeam begeisterte wieder durch aktuelle Wettkampftrends und Problemlösungen, wie etwa der Ersatz des Gleichgewichtsbrechens durch Positionswechsel („Der ist mir in die Technik hineingelaufen!“) und die Anwendung der Judo-Kata auf die Grundausbildung und des Trainings für die Junggebliebenen.

Das nicht nur Gelehrt und Gelernt sondern auch miteinander die Geselligkeit groß geschrieben wurde, ist selbstverständlich.

Bemerkungen zu den Deutschen Kata Meisterschaften

Kann die Beschäftigung mit Kata im Judo Leistungssport sein?

Text: Jutta Milzer, Katareferentin, Niedersächsicher Judo Veerband e.V.

Quelle:
https://www.njv.de/inside-njv/alle-news/newsdetail/news/deutsche-kata-meisterschaften-2019-in-erlangen/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=144f99fe5ff25d322014b91af63bb213

Da Quellen aus aus Gründen der Akutalität von Zeit zu Zeit versiegen, zietiere ich:

„NJV im Medaillenspiegel auf Rang 3 oder: Kann Kata Leistungssport sein?

Kurz vorweg die Medaillen:

1. Platz Nage no kata U18: Sonja Schacht und Bennett Brandes

3. Platz Kime no kata: Youssef Diouri und Dennis Burkhardt

3. Platz Nage no kata ID WK I: Sabine Ruppin und Kim-Laura Plogmann

Bevor wir hier von den weiteren Einzelergebnissen der NJV-Judoka bei den diesjährigen Deutschen Kata-Meisterschaften berichten, möchten wir mal die Frage zur Diskussion stellen: Kann die Beschäftigung mit Kata im Judo Leistungssport sein?
Meist unterscheidet man Leistungssportler von Breitensportlern dadurch, dass Leistungssportler für das Ziel Disziplin zu erreichen, andere Freizeitaktivitäten hintenanstellen, einen erhöhten Zeitaufwand für Training und Wettkampfvorbereitung treiben, und sogar auch mal Familie und/oder Beruf unter dem Leistungswillen leiden, usw., usw.

Die meist geäußerte Meinung dazu lautet: „Für Kata macht das doch keiner, oder…?“

Ohne die Paare oder Sportler im Einzelnen zu nennen:

  • da gibt es ein Paar, dass seit 2003 (bis auf Babypausen) jedes Jahr in einer Kata in der Endrunde der DKM [eigene Anmerkung: DKM Deutsch Kata Meisterschaften] vertreten oder nahe dran war,
  • da gibt es Kata-Sportler, die dreimal pro Woche Krafttraining machen, um statische Teile stabiler stehen zu können,
  • andere nehmen vor Kata-Wettbewerben einige Kilos ab, um es dem Partner nicht zu schwer zu machen,
  • bei einem Paar wohnen Tori und Uke 140 km voneinander entfernt, trotzdem trainieren sie mindestens zweimal pro Monat ein Wochenende gemeinsam (Wohnmobil),
  • Eltern fahren Jugendpaare zum nächsten NJV-Kata-Stützpunkt,
  • Sportler kaufen sich eine Videokamera, machen Aufzeichnungen ihres Trainings, und die NJV-Kata-Enthusiasten werten diese Videos aus (Rekord: 27(!) Seiten Text mit Korrekturen, Hilfen und Trainingstipps für eine Kata).
  •  ein Paar versucht in diesem Jahr an 12 Kata-Wettbewerben teilzunehmen (da geht’s dann auch mal eben nach Schweden um 15 Judo-Techniken in 7 Minuten zu zeigen)
  • usw., usw.,…

Und es zeigt sich: wer Aufwand treibt, wird auch belohnt (wenn man sich beruflich, familiär und finanziell diesen Aufwand überhaupt leisten kann).

Doch jetzt die DKM im Detail:

Am Samstag (29.6.) hatten in der Nage no kata Alexander Pinnecke und Jan Hottenrott Startnummer 1 gezogen. Erstaunlicherweise war die noch bei den Landesmeisterschaften zu beobachtende Nervosität wie weggeblasen, und sie landeten bei ihrer ersten „Deutschen“ auf Platz 10 im Mittelfeld. Zum ersten Mal bei den Erwachsenen mussten Odine Vainauskas und Talea Post starten, zwei Fehler bei Seoi nage und Yoko guruma ließen sie auf Platz 16 abrutschen. Adrian Gehl und Björn Koch konnten ihr Vorjahresergebnis wiederholen: wieder Platz 7 und wieder knapp an der Finalrunde vorbei.

Zeitgleich auf der Nebenmatte gab es in der Nage no kata der U18 einen höchst spannenden Wettbewerb: alle drei Medaillengewinnerpaare des Vorjahres konnten noch einmal an den Start gehen und der Endstand der Vorrunde war von der Reihenfolge her identisch mit dem Endergebnis aus 2018, nur von den Punkten her deutlich knapper. Aber Sonja Schacht und Bennett Brandes konnten den Spieß im Finale umdrehen und zeigen, dass sie auch den Tsuri komi goshi können, der in der Vorrunde Punkte gekostet hatte. Mit 442,5 Punkten gegenüber 441 Punkten zogen sie am Nordrhein-Westfälischen Paar vorbei auf Platz 1. Knappes Gold für Sonja und Bennett. (Hätte übrigens auch bei den Erwachsenen für die Endrunde gereicht.)

In Koshiki no kata versuchen Dieter Langhorst und Herbert Müller (kurz nach seinem 61. Geburtstag) seit einigen Jahren in die deutsche Spitzengruppe vorzustoßen. Und wenn man sich die Punktzahlen anschaut, so ist auch ein langfristiger kontinuierlicher Aufwärtstrend zu beobachten; noch nie bekamen die beiden von den Wertungsrichtern so viele Punkte wie in diesem Jahr. Aber, …, auch die Konkurrenz trainiert, und so blieb die Reihenfolge der „üblichen Verdächtigen“ wie gehabt: wieder Platz 6 und ein paar Punkte für die Bundeskatarangliste.

Der Samstag sah auch den Wettbewerb der ID-Judokas im Rahmen der Inklusiven Deutschen Kata-Meisterschaften. In der Wettkampfklasse I gingen gleich zwei NJV-Paare an den Start und NJV-Vize und Behindertensportreferent Rolf-Dieter Frey fieberte vom Mattenrand aus mit. Während Christian Kohlhause und Jan Smeikal den 5. Platz erreichten, brachten die von Sabine Ruppin und Kim-Laura Plogmann gezeigten Ausschnitte aus der Nage no kata die zweite Medaille für den NJV an diesem Tag. Bronze war die Belohnung für die intensive Vorbereitung.

In der Kime no kata ging für den NJV mit Youssef Diouri und Dennis Burkhardt das Paar an den Start, das bei der NJV-Katalandesmeisterschaft den Newcomer-Pokal gewonnen hatte. Die mehrmonatige spezielle Vorbereitung mit i. d. R. drei mal zwei Stunden Kime no kata pro Woche, die zahlreichen Lehrgangsteilnamen sollten sich bezahlt machen, ein Platz im oberen Mittelfeld war anvisiert. Es kam aber besser. Mit Platz 4 in der Vorrunde wurde das Finale erreicht. Während Platz eins und zwei unangetastet blieben, überzeugten Youssef und Dennis mit starkem Kuzushi die Wertungsrichter davon, das auch Neulinge Edelmetall verdient haben. Die Bronzemedaille war die dritte für den NJV an diesem Tag. (Kommentar von Youssefs Sohn Elias nach Papas Heimkehr: „Und wieso nicht Erster?“)

Am zweiten Tag ging es zunächst mit der Ju no kata los. Hier waren für den NJV gleich drei Paare am Start.

Die Routiniers in dieser Kategorie, Jan Smeikal und Stefanie Smeikal, konnten auch 2019 wieder ins Finale vorstoßen. Hier ging es allerdings sehr eng zu. Auf Platz 6 trennten sie am Ende nur 2,4 Prozentpunkte von den Medaillenrängen. Marion Kubitzke und Joachim Hüser zeigten sich gegenüber dem Vorjahr wieder einmal stark verbessert. 2018 noch auf Platz 13 ging es diesmal um 27 Punkte nach oben auf Platz 7. Hauchdünn dahinter (mit 0,5 Punkten, dem kleinsten möglichen Abstand) landete auf Platz 8 das dritte NJV-Paar Heidi Grigat und Heidi Jeddeloh, ebenfalls um einige Plätze besser als im Vorjahr.

Die Kata Kodokan Goshinjutsu sah mit Roland Apel und Peter Ackermann ein neues NJV-Paar. Der 8. Platz bei der Premiere klingt schon mal ganz gut, hier ist in den nächsten Jahren bestimmt noch mehr drin.

In der letzten Wettbewerbskata, der Katame no kata, konnte der NJV alle vier Startplätze besetzen. Carolin Charina Jeromin und Rebecca Rehmann bzw. Björn Koch und Adrian Gehl gingen zum ersten Mal in dieser Kategorie an den Start. Bevor in den nächsten Jahren aus den Plätzen 16 bzw. 14 sich mehr entwickelt, muss erst einmal der Kampf gegen die eigene Nervosität gewonnen werden. Sebastian Esser und Dieter Langhorst konnten gegenüber 2018 wieder einige Pünktchen gutmachen, und von  Platz 13 auf Platz 8 vorrutschen, den Weg in die Endrunde der besten 6 Paare schafften aber nur Imke Schumann und Boris Neumann. Bei Außentemperaturen in Erlangen von 36°C an diesem Sonntag rutschen sie von Platz 4 der Vorrunde in einem extrem knappen Finale auf Platz 5.

Zwei Nachbemerkungen:

  1. Als Wertungsrichter (mit jeweils fast 6 Stunden Netto-Einsatzzeit) konnten und durften die Autoren dieser Zeilen sich nicht viel um die NJV-Athleten kümmern. Wir konnten aber beobachten, wie unsere Sportler sich gegenseitig Mut zusprachen, sich beim Aufwärmen halfen, für die Aktiven Videos aufzeichneten, vor und nach dem Start Erfahrungen und Tipps austauschten, und gemeinsam mit den mitgereisten Eltern und Fans vor der Ergebnisverkündung bangten und dann jubelten. Das war Kata im Team wie wir es uns für Niedersachsen wünschen
  2. Es tut sich was im Kata-Bereich. Während vor etwa 10 Jahren drei oder vier Landesverbände des DJB die Medaillen bei Deutschen Kata-Meisterschaften unter sich aufteilten, kamen heuer Sportler aus 9 Landesverbänden aufs Treppchen. Wer da noch oben mitmischen will, muss Kata als Leistungssport betreiben. Viermal pro Woche 2 Stunden Nage no kata als Uke über mehrere Monate hinweg ist kein Breitensport mehr. Einige Landesverbände haben inzwischen einzelne Personen zu Kata-Landestrainern gemacht und mit einem Etat ausgestattet. Wenn wir in Zukunft nicht abgehängt werden wollen, müssen wir uns etwas einfallen lassen. „

Gold – Silber – Silber

links: Herbert Müller, rechts: Dieter Langhorst in Bassem
Foto: Angelka Müller

Auch in 2019 qualifizierten sich Dieter Langhorst (unten; TUS Bothfeld [Hannover] als Tori (Werfender) und Herbert Müller (DJK SG Benninghausen-Eickelborn e.V. und JSV Lippstadt e.V.) als Uke (Geworfener) für die Deutschen Kata Meisterschaften. Seit vier Jahren trainieren beide zusammen die Koshiki No Kata. Auch die aktuelle Saison begannen sie wieder als niedersächsische Landesmeister. Im geografischen Mittelpunkt Niedersachsens, in Bassem bei Oyten, südöstlich von Bremen, verabredeten sich 24 qualifizierte Katapaare aus den verschieden Kategorien nach Erlangen. In Erlangen finden am ersten Juliwochende die Deutschen Kata-Meisterschaften 2019 statt.

NRWDie Niedersächsischen Kata Meisterschaften wurden diesjährig als Offene Meisterschaften ausgeschrieben. So erfreute sich der Veranstalter über Teilnehmer*innen aus Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Schleswig Holstein und NRW.

Am Samstag, zwei Wochen später, erreichten Dieter und Herbert bei den Offenen Hessischen Kata Meisterschaften in Elz den zweiten Platz. Auch in Hessen wurden die Meisterschaften zum ersten Mal Offen ausgeschrieben. So kamen Teilnehmer*innen auch aus Niedersachsen, NRW und Thüringen zusammen. Das Thüringer Team erschien unter anderem mit vier Paaren zwischen 10 bis 13 Jahren.

Am darauf folgenden Sonntag fanden die Offenen Drei-Länder-Kata-Meisterschaften (Rheinland, Pfalz und Saarland) in Montabauer mit Teilnehmer*innen aus Frankreich, Niedersachsen, Westfalen, Hessen und vom Bodensee statt. Auch hier erreichten Dieter und Herbert den zweiten Platz in der Koshigi No Kata.

Das Konzept der Offenen Meisterschaften zeigt die steigende Populärität des Kata-Wesens.

Kata Freunde in Niedersachsen
Foto: Udo Möbus


Das Ende der ersten Technik in der Koshigi No Kata: Ta
Foto: Udo Möbus

im hessischen Elz
in Montabauer
Foto: Angelka Müller

50 Jahre auf der Matte: Ehrennadel für Martin Schade

DJK Eickelborn/Benninghausen  Foto: Raestrup

Zwischen den ganzen weißen Anzügen wirkt er fast unscheinbar, doch das ist er ganz und gar nicht: Martin Schade (4.v.v.r.) hat den Judosport in Benninghausen und Eickelborn geprägt wie kaum ein anderer. Seit 50 Jahren ist der Sportsmann auf der Matte aktiv und hat dabei unzählige Nachwuchsjudoka ausgebildet. Noch immer unterrichtet er freitagabends die Kinder und Jugendlichen. Aus diesem Grund erhielt das Urgestein der DJK Eickelborn/Benninghausen jetzt auch eine ganz besondere Auszeichnung: Schade wurde mit der Silbernen Ehrennadel des nordrhein-westfälischen Judoverbands geehrt. Als „ein Vorbild für Trainertätigkeit und Vereinsmanagement“ bezeichnete Verbandsvertreter Andreas Kleegräfe den Geehrten bei der Übergabe. Kleegräfe übrigens war selbst einst Schüler von Martin Schade, der nicht nur durch die Ehrung überrascht wurde, sondern auch von rund 40 ehemaligen Schülern, die dafür eigens unter anderem aus Aachen, Düsseldorf und Köln in die Benninghäuser Turnhalle gekommen waren. Sie alle würdigten die außergewöhnliche Karriere des DJK-Judokas, der gleich mal alle Anwesenden zu einer spontanen Trainingseinheit aufforderte. (Quelle: DerPatriot vom 24.01.2018)